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… von zwei Tanten – dat „Gritte Basjes Pädche“

Gritte Pädche Zwischen dem Haus Lennigstraße 50 und dem Haus Lennigstraße 52 gibt es einen schmalen Durchschlupf, den kaum jemand wahrnimmt, der diese Stelle  nicht kennt. Dort ist der Eingang zu einem alten Koberner Pfad, dem „Gritte Basjes Pädche".

Der Ausdruck „Basjer" ist Umgangsdeutsch und meint die Schwestern des Vaters – wir würden heute  „Tanten"  sagen. Das Stammhaus der beiden „Basjer" von denen hier die Rede sein soll, war die Stellmacherei Naunheim in der Unterstraße. Die beiden unverheirateten Frauen hatten den Spitznamen „Gritte Basjer" oder „Lotzer Dunne Basjer". Frau Plé und Frau Richard, zwei über 80-jährige Koberner Bürgerinnen, können sich noch gut an die beiden „Basjer" erinnern. Sie wissen zu erzählen, dass die „Gritte Basjer" sonntags immer in die Kirche kamen und fein herausgeputzt waren. Sie trugen kleine runde Hütchen auf dem Kopf und hatten weiße Tücher um den Hals, die vorne zu einer Schleife verknüpft waren. Es war damals üblich, sich über die ein oder andere Hutmode lustig zu machen und man nannte dann einen solchen Hut „e kapott Hetche".

Also diese beiden „Basjer mit denne kapottene Hetcher" wohnten im Haus Nummer 52 in der Lennigstraße. Und weil genau an ihrem Haus ein Pfädchen durch die Weinberge zum Kreuzweg begann, nannte man es einfach „dat Gritte Basjes Pädche".

Es gibt Überlegungen der Gemeinde, diesen traditionsreichen Pfad wieder herzurichten und begehbar zu machen. So jedenfalls sieht es die neue Wandertafel des „Koberner Taztelwurmweges“ vor.

Rudolf Schäfer

Skizze