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Die Wasserqualität des Sauerbrunnens wurde untersucht 

SauerbrunnenDurch spezielle geologische Bedingungen gibt es in Kobern drei  öffentlich zugängige Säuerlinge oder Sauerbrunnen, die mit der heute immer noch vorhandenen vulkanischen Tätigkeit der Region in Zusammenhang stehen. Die drei Brunnen sind: Margaretenbrünnchen, Sauerbrunnen und Quidoborn.

Der Sauerbrunnen („Buar") wird in der Übersicht der in der Bürgermeisterei Winningen im Jahre 1825 aufgeführten Mineralquellen als „Sauerbrunnen zum Gehauenen Stein zu Cobern" genannt. Das Wasser des Brunnens wurde damals von dem Winninger Arzt Dr. Arnoldi als gesundheitlich gut beurteiltIn Zeiten, wo der Kauf von Mineralwasser den meisten Koberner Bürgern finanziell nicht möglich war, füllten sie hier am Sauerbrunnen Flaschen zum täglichen Gebrauch ab. Es war vielfach die Aufgabe der Kinder, mit einem kleinen, selbst hergestellten zweirädrigen Karren, der „Buar-Koar", Sauerbrunnenwasser für die Familie zu besorgen. Auch die vielen Landwirte, die zu ihren Feldern auf den „Rosenberg" oder „Alleschnur" unterwegs waren, nutzten die Quelle, um sich zu erfrischen und als Vorrat mit zu ihrer Arbeit zu nehmen.

Mit äußerstem Nachdruck muss darauf hingewiesen werden, dass je nach Witterung unterschiedliche Mengen Kohlensäuregas ausströmen, die sich dann vor allem am Boden des Brunnen befinden. Wird dieses Gas eingeatmet und gelangt es in die Blutbahn, führt es zur Verminderung oder Aufhebung des reflektorischen Atemreizes, was zu Atemdepression und sogar zum Atemstillstand führen kann. Eltern sollten deshalb nie Kinder unbeaufsichtigt in den Brunnenbereich gehen lassen. Auch für Erwachsene ist Vorsicht geboten.

 

Welche Qualität hat das Wasser des Sauerbrunnens?

Eine Laboruntersuchung der Quelle am 09.02.2011 ergab folgendes Ergebnis in mg/l (im Vergleich zu anderen kommerziellen Heilwässern):
mg/l

Koberner
Sauerbrunnen
St. Gero
Heilwasser
Fachinger
Heilwasser
Hydrogencarbonat (HCO3) 2.200 1.775 1.854
Nitrat (NO3) 1,2    
Chlorid (CI) 8 39 129
Sulfat (SO4) 21 34,8 37
Natrium (Na) 260 121 574
Magnesium (Mg) 154 109,4 60,5
Calcium (Ca) 207 331 99
Kalium (K) 10,3 10,2 14,5
Eisen (Fe) 14,7    
Freie Kohlensäure (CO2)     1.470    
Temperatur in °C 7,9    
Kalium (K) 10,3 10,2 14,5
pH-Wert 6,3    

Vergleichen wir die Wasserqualität des Koberner Sauerbrunnens mit kommerziellen Mineralwasser-Produkten, so erreicht der Sauerbrunnen in manchen Werten durchaus Heilwasserqualität.

Bemerkenswert ist, dass von der Werbung angepriesene Ernährungsergänzungsstoffe wie Magnesium, Calcium usw. im Falle des Sauerbrunnens von der Natur kostenlos angeboten werden.

Hier ein paar Beispiele für die Wirkung der einzelnen Inhaltsstoffe von Mineralwasser:

Hydrogencarbonat: reduziert die Säure im Magen-Darm-Trakt und lindert Beschwerden bei chronischer Magenschleimhautentzündung, Sodbrennen und Entzündungen im Harnwegsbereich. Es bindet Säuren (im Magen, im Blut, im Stoffwechsel z.B. beim Abnehmen) und macht sie unschädlich. HCO3 unterstützt die natürliche Nierenfunktion und hat eine positive Wirkung auf salzempfindlichen Bluthochdruck. Im Muskel puffert HCO3 die Milchsäure und verlängert auf diese Weise die Ausdauerleistung. HCO3 kann die Ca-Aufnahme in die Knochen begünstigen.

Chlorid: reguliert mit Natrium und Kalium den Flüssigkeitshaushalt, ist beteiligt am Säure-Basen-Haushalt und ist wichtiger Bestandteil der Magensäure. Ein Mangel äußert sich in Verdauungsproblemen, Muskelschwäche, Durchfällen und Wachstumsstörungen. Der Mindestbedarf ist 830 mg pro Tag.

Sulfat: regt die Verdauung an. Fördert den Gallenfluss. Es hat einen positiven Einfluss auf den Cholesterin-Stoffwechsel. Es hält Zellen gesund und flexibel.

Natrium: reguliert mit seinem Gegenspieler Kalium den Wasserhaushalt und ist nötig für die einwandfreie Funktion von Muskeln und Nervenzellen. Ohne Natrium kann der Körper keinen Zucker und kein Eiweiß aufnehmen. Deshalb kommt Natrium in allen Verdauungssäften und allen Körperzellen vor. Natrium ist zusammen mit Magnesium für die geistige Leistungsfähigkeit mitverantwortlich. Bei körperlicher Aktivität ist der Na-Bedarf sehr stark erhöht, weil durch Schwitzen viel Na verloren geht (1.200 mg Na pro L Schweiß). Der Mindestbedarf ist 550 mg pro Tag.

Magnesium: ist das Hochleistungselement des Stoffwechsels. Es aktiviert über 200 Enzyme und ist entscheidend für das Zusammenwirken von Nerven und Muskeln. Es kann Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Es schützt vor den Auswirkungen von Stress.

Calcium: ist das in unserm Körper am stärksten vertretene Mineral. Ein Erwachsener trägt ca. 1,2 kg mit sich herum. Es sorgt für gesunde Knochen und Zähne, kann allergischen Reaktionen vorbeugen und ist elementar in der Wachstumsphase. Es wird für die Blutgerinnung benötigt und wirkt entzündungshemmend. Neue Studien zeigen: Auch bei Depressionen wirkt es positiv.

Schon die alten Koberner wussten: „Buar es jesond!"

Rudolf Schäfer, Kuratorium für Heimatforschung und -pflege